Wir kommunizieren über Stories. Und – ob bewusst oder unbewusst – wir benutzen Storytelling um: 

  • eine neue Idee oder ein Projekt vorzustellen 
  • unser Team von einer neuen Idee zu überzeugen 
  • uns neu vorzustellen und jemanden zu erklären, wer wir sind 
  • ein Problem zu besprechen 
  • unsere Werte zu kommunizieren 
  • unsere Unternehmensstrategie zu erklären
  • Kunden, Mitarbeitern, Partnern und Stakeholdern unser Produkt zu erklären 

Während meiner Zeit in den USA habe ich gelernt, dass Storytelling eine Fähigkeit ist, die schon 4-jährige im Kindergarten lernen und die fest in den Lehrplan in Schule und Studium integriert ist. 

Dahinter steht die Idee, dass jeder Storytelling lernen kann und dass diese Fähigkeit uns helfen kann, besser zu kommunizieren, Probleme zu lösen, sichtbar zu werden und Stories zu erzählen, die in Erinnerung bleiben. Hier ein paar Tipps, wie Sie Ihre Geschichte – beim Vorstandsmeeting oder in der Kaffeepause – so erzählen können, dass Sie in Erinnerung bleiben. 

Das Netflix-Prinzip: Wir wollen nicht nur wissen, was jemand gemacht hat, sondern auch verstehen warum 

Netflix hat Storytelling grundlegend verändert (Mehr dazu finden Sie hier in meinem Forbes-Artikel). Eine der Veränderungen ist, dass  der Fokus nicht mehr auf dem Plot liegt, sondern auf den Charakteren. In der Hit-Show Orange is the new Black geht es nicht mehr darum, was passiert, sondern jede Folge ist ein deep-dive in die Psyche und die Backstories eines Charakters. Uns interessiert nicht nur was ein Charakter gemacht hat, sondern wir wollen verstehen warum. Wir wollen die Motivation verstehen und die Backstory. 

Dieses Prinzip können wir auch für unsere eigene Story verwenden: Auf LinkedIn oder in unserem Lebenslauf listen wir die beruflichen Stationen unseres Lebens auf. Aber was wirklich interessant ist, sind unsere Motivationen. Backstories. Warum, wir einen Job, Praktikum, Projekt gemacht haben. Je mehr Sie über ihre Motivation sagen können, desto besser. 

Erzählen Sie in ihrer Story nicht nur das Was, sondern vor allem auch das Warum

Ganz abstrakt betrachtet erzählen wir Stories, um Verbindungen herzustellen. Die amerikanische Autorin Pamela Druckerman schreibt in ihrem neuesten Buch “There are no Grown-Ups”,  dass 95 Prozent alles Erlebten universell ist und 5 Prozent individuell

Wir haben alle unterschiedliche Lebensläufe, aber unsere Motivationen oder die Gefühle, die dazu geführt haben, sind gar nicht so unterschiedlich. Wir haben vielleicht alle andere Stationen auf LinkedIn, aber die Überlegungen, Ideen und Träume, die diesen vorausgegangen sind, sind gar nicht so unterschiedlich zu denen anderer Menschen. Und bieten auf jeden Fall eine gute Story!  

Nutzen Sie die Rule of Thirds 

Wenn Sie sich ein bisschen mit Fotografie auskennen, dann kennen Sie vielleicht die Rule of Thirds, die der Künstler John Thomas Smith 1797 erstmals in seinem Buch „Remarks on Rural Scenery“ beschreibt.

Was ist die „Rule of Thirds“?

Bei der Rule of Thirds wird ein Foto in drei Teile geteilt, sowohl horizontal als auch vertikal (diesen Grid haben Sie vielleicht bei ihrer Smartphone-Kamera als automatische Einstellung). Die Idee dieser Gestaltungshilfe ist, dass das Hauptmotiv nicht in der Mitte platziert wird, sondern nur 2:3 des Bildes einnimmt.

Rule of Thirds

Das Hauptmotiv steht nicht im Zentrum, sondern ist seitlich positioniert

 

Was bedeutet das für unsere eigene Story? 

Eine gute Story beinhaltet mehr als unsere eigenen Erfahrungen. Und muss über uns hinausgehen. Ich habe hier und hier darüber geschrieben, wie Obama es geschafft hat seine eigene persönliche Story universell zu machen. Obama hat immer mit seiner eigenen persönlichen Story begonnen, aber diese zu einer Story of Us gemacht, er hat die eigene Story in einen größeren Kontext gestellt, der die Story von uns allen sein kann. (Das zugrunde liegende Framework stammt von dem Harvard Professor Marshall Ganz, der Obama bei seiner Field Kampagne 2008 beraten hat). 

Was bedeutet das? 

• Eine gute Story findet eine Balance zwischen dem individuellen und dem universellen.

• Wenn wir unsere Story erzählen, stehen wir nicht im Zentrum. Sondern nehmen nur einen Teil des Bildes ein. Es geht um mehr, als um unsere Person, sondern um das Gesamtbild. Und das besteht aus unserem Kontext, unseren Ideen, unserer Community, unserem Team, unserem Unternehmen.

Welche Story wollen Sie 2020 erzählen?

Im letzten Jahr haben Barack und Michelle Obama mit Netflix einen Deal für sechs Serien abgeschlossen, die 2020 zu sehen sein werden. Warum investiert der Ex-Präsident in Serien? Weil er weiß, welche Macht Stories haben, um Dinge zu verändern, Perspektiven zu überdenken.

„A good story helps us to see the world outside of ourselves.“ – Barack Obama

Welche Story wollen Sie 2020 erzählen? Ihrem Team, ihren Geschäftspartnern, Kollegen, sich selbst?

Wir helfen Ihnen auch 2020 gerne ihre Story zu entwickeln und zu erzählen: ob im Meeting, Vorträgen, für Kunden oder Geschäftspartner. Fragen Sie uns an unter: hello@itsalloftheabove.com